
Anfang der neunziger Jahre konnte kaum jemand etwas mit dem Begriff Internet anfangen, das World Wide Web war noch gar nicht erfunden und der Begriff Suchmaschine existierte ebenfalls noch nicht.
Gut zehn Jahre nach der Web-Revolution ‘googelt’ ein jeder sich seine Informationen zusammen. Suchmaschinen und das Web veränderten unseren ‘Informationsflow’ – anstatt auf Nachrichten aus den Medien, Bibliotheken oder Lexikas angewiesen zu sein erklicken wir uns selbst die gewünschten Informationen. Recherche war nie einfacher als heute.
Doch wie funktionieren Suchmaschinen wie Google, Yahoo und Web.de? Und was steckt hinter dem angeblich lebenswichtigen Page-Ranking?!
Vorab sei der Unterschied zwischen einer Suchmaschine und einem Web-Katalog eingeworfen, der wiederum schon einiges erklärt.
Suchmaschinen werden automatisch von Robotern gefüllt und gepflegt, während Redakteure und Freiwillige die Web-Kataloge von Hand füttern. Letzteres ist natürlich eine Sisyphus-Arbeit bei den Billionen von Links und Seiten.

Die Ursuchmaschinen - Lochkarten von IBM.
Deswegen erledigen bei Google und Yahoo diese Arbeit Heerscharen von Robotern diese Arbeit. Dabei handelt es sich um spezielle Server, die selbständig das Internet ‘crawlen’ oder ’spidern’ – wie der Fachmann sagt. Dazu besuchen sie jede bekannte Webadresse (die URLs) in regelmässigen Abständen und folgen dabei jedem Link und lesen jede Webseite die ihnen ‘unter die Finger’ kommt.
Die so gefundenen Seiten und Links wandern in gigantische Datenbanken, die auf tausenden von Servern verteilt sind. Firmen wie Google besitzen die gigantischsten Rechenzentren der Welt, die sich wiederum auf zig Standorte verteilen.
Nun beginnt die eigentliche Leistung der Suchmaschinen, nämlich die Billionen von Webseiten, Texten, Bilder, Videos und Sounds zu bewerten und auszusortieren.
Dazu werden sogenannte ‘Keywords’ verwendet nach denen besonders oft gesucht wird. Eine Website wird nach der Häufigkeit von Keywords durchsucht im Vergleich zu thematisch ähnlichen Seiten. Ebenso wichtig ist für die Wertigkeit einer Webseite wie oft von anderen Seiten zu dieser verlinkt wird. Die Logik dahinter: inhaltlich wichtige beziehungsweise gute Seiten werden öfters erwähnt als unwichtige.
Suchmaschinen verstehen nicht was sie da ‘lesen’, sie sortieren und bewerten stur nach Häufigkeit von Keywords und vor allem Verlinkungen von anderen Webseiten.
Dies ergibt bei Google das sogenannte Page-Ranking, sprich wie wichtig eine Webseite für gewisse Keywords ist. Eine Webseite mit einem schlechten Page-Ranking zum Beispiel für das Keyword ‘Gurkensalat’ steht bei den Suchergebnissen ganz weit hinten, bei einem hohen Page-Ranking natürlich auf der ersten Seite.

Auch bei Suchmaschinen geht es ans Eingemachte!
Natürlich versuchen Suchmaschinen-Experten (SEO’s = Search Engine Optimizers) immer wieder dieses Page-Ranking mit allerlei Tricks zu erhöhen – auch wenn der eigentliche Inhalt der Seite nicht so hochqualitativ ist.
Früher reichte es oft das gewünschte Keyword möglichst oft auf der entsprechenden Website zu wiederholen – dies geschah oftmals verdeckt, damit der normale Surfer dies nicht entdeckte. Eine ebenso unschöne Maßname sind sogenannte Link-Farmen, hier handelt es sich um stupide Querverlinkungen zu anderen Seiten, um deren Marktwert zu steigern. Ähnlich wie Papageien wiederholen sie die gleichen Keyword verpackt in unsinnige Sätze mit einem passenden Link zu der zu steigernden Website. Dies alles in der Hoffnung, dass die Suchmaschinen auf das ‘Gekreische hören’ und die angepriesene Zielwebseite höher bewerten – auch wenn ihr der höher Rang nicht zusteht.
Suchmaschinen werden in diesem Sinne genauso ‘gespammt’ wie normale Anwender – schliesslich geht es hier um viel Geld: nur wer auf oberster Stelle im Suchergebnis steht, der bekommt den ‘Klick’ des Suchenden und kann eventuell ein Geschäft abschliessen.
Google – wie auch alle anderen Anbieter – verfeinert sein Indizierungsverfahren seit Jahren, so dass Keyword-Spamming ebensowenig mehr funktioniert wie stupide Link-Farmen.
Schliesslich will Ihnen die Suchmaschine den besten Link beziehungsweise Webseite zu ihrer Suchanfrage ausliefern – und nicht die des fleissigsten Spammers.
Gutes Webdesign und vor allem guter Content sind immer noch die besten ‘Waffen’ um den Kampf für ein gutes Page-Ranking.
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3 Kommentare zu 'Mein Haus, meine Website, mein Page-Ranking'
Erwähnenswert, wenn nicht sogar verpflichtend darauf hinzuweisen, ist das allgemeine Verständnis von Google (oder anderen Suchmaschinen/Katalogen) als allwissendes nd damit wallfähriges Online-Lexikon.
Welch Irrglaube!
Selbst intelligente Vielsurfer glauben sich in Googles Antwort sicher und belesen. Dabei - und der Leser dieses Kommentares vermag sich hier an die Ausführungen zur Entstehung des Pagerankings erinnern - kann fast jeder kleine Sitebetreiber die Suchmaschinen beeinflussen. Und damit Pageranking, wie auch … die Wahrheit. Wie schnell findet man doch Inhalte auf irgendwelchen Webseiten die man für bare Münze hält; sind es aber doch nichts anderes als unbewusste bis gezielte Inkompetenz.
Es sei somit dem Anwender von Suchmaschinen wärmstens ans Herz gelegt, die Aussagen von Google auf die Richtigkeit zu prüfen; entweder durch Parallel-Suchen oder einfach Bemühung eines echten Lexikons. Zur Erinnerung: Das sind diese zusammengeklebten (oder gebundenen) Papierstapel mit dickem Schutzumschlag.
In der Tat ist es inzwischen nicht mehr - wie vielleicht noch vor 20 Jahren - das Problem, Informationen zu finden. Die eigentliche Herausforderung heutzutage ist es, die gefundenen Daten zu bewerten und zu verifizieren.
Es gibt nun einmal “im Internet” keine redaktionelle Kontrolle, die Beiträge vor Veröffentlichgung auf Sinnhaftigkeit und inhaltliche Richtigkeit prüft. Und das ist ja auch ein Segen: wäre es nicht so, wäre das Internet kein so demokarisches Medium wie heute.
Allerdings möchte ich doch bezweifeln, dass sich der intelligente Vielsurfer bei Googles Antworten sicher fühlt. Wer viel surft, der weiß im Zweifel auch, wie Inhalte im Internet entstehen.
Geehrter Arne,
erlaube mir den Einwurf, dass Dein Glaube, der Vielsurfer wüsste was er täte, ein dramatischer Trugschluss ist. Während in früheren Zeiten der Umstand, sich viel mit irgendwelchen Dingen zu beschäftigen, geradezu automatisch zu irgendeiner sachbezogenen Kompetenz führte, so ist gerade im Internet der ahnungslose Benutzer die Regel. Er/Sie weiß sich zwar in der Vielfalt des Angebotes zu bewegen, jedoch ist er/sie sich zumeist nicht darüber im Klaren, wo/wie seine/ihre Daten landen und welche hieraus entstehenden Sicherheitsrisiken oder auch Irrungen wie vor allgegenwärtig sind.
In unserem teutschen Lande ist die Mär allgegenwärtig, dass alles was gedruckt, meist auch wahr ist. Und das Internet ist ja auch “irgendwie nichts anderes als eine große Bildzeitung”. Derlei Leserschaft und bezogene Internet-User sind im gleichen Klöppelverein gemeldet.
Zu weit hergeholt? Ask your Admin!
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