
MTV ist out - das Internet ist die neue Heimat für Videos aller Arten. Da verstopfen dicke Attachments die Mail-Server von Firmen, wenn mal wieder ein ‘cooles’ Video die Runde macht. Raubkopierer allen Alters saugen breitbandig ganze DVDs aus dem Netz. Kein TV-Sender kommt mehr ohne einen Live-Stream und einem Clip-Archiv auf seiner Website mehr aus.
Obwohl Video im Internet schon lange nichts mehr neues ist - so ist es dieses Jahr endgültig ein Massenphänomen geworden. Doch es war ein langer und steiniger Weg - doch nun zappelt und rappelt es auf jeder Website die etwas auf sich hält. Doch Web-Video ist kein MTV oder Kino im Browser-Format - dies ist genauso ein modernes Märchen wie das ‘digitale Buch auf CD-ROM’. Hier etabliert sich eine neue Kultur und ebensolche Chancen für Unternehmer und Firmen …
Dicke Leitungen wie DSL sind natürlich die Grundlage für die neue breitbandige Videokultur, aber nicht nur bei den Empfängern. Erst der enorme Preisverfall bei Servern und vor allem des Online-Traffics erlaubte es die Infrastruktur für Video für die Massen. Für lächerliche 100 Euro Miete im Monat bekommt man heute einen Server mit unlimitierten Datenvolumen und dicken Festplatten - gross und schnell genug ein grosses Video-Angebot zu verfüttern. Firmen wie Akamai bieten inzwischen globale verteilte Rechencenter an, um zum Beispiel Grossereignisse wie Fussballweltmeisterschaften oder Pressekonferenzen stabil und ohne stottern zu streamen.

Server ohne Ende - inzwischen auch für normale Firmen und Anwender erschwinglich.
Prozessor Power für jeden Bauer
Was für die Bandbreite gilt trifft natürlich auch auf die Rechenpower zu. Seit einigen Jahren beherrschen selbst Low-Cost-Rechner vom Aldi (Medion lässt grüssen) flottes Abspielen von DVDs, decodieren von Webvideos und sogar Videoschnitt für die ganze Familie - dazu später noch mehr. Wer erinnert sich nicht mit verrauschten Grusseln an das Zuckeln und Ruckeln der ersten Briefmarken-Videos auf PCs und Macs? Die Zeiten sind vorbei.
Videoschnitt für die ganze Familie
Apple und Microsoft bieten zu ihren aktuellen Betriebssystemen einfach Videoschnittsysteme an, deren Leistungsfähigkeit vor wenigen Jahren noch Profis in Shock & Awe versetzt hätte. Videobearbeitung ist eine der meist gewünschten Anwendungen - ebenso wie Bildbearbeitung - mit fast 10 Jahren Verspätung ist endlich das multimediale Zeitalter über den modernen Haushalt hereingebrochen.
Professionelle Hollywood Produktionen werden heute komplett auf Apple Systemen geschnitten - teure Schnittplätze oder Systeme gehören der Vergangenheit an. Die Produktionskosten sind dementsprechend auch in den Keller gefallen.

Hollywood in der Hosentasche
DigiCams everywhere
Doch all die Verarbeitungs-Power bringt nichts ohne Input - und hier hat sich am meisten geändert. Innerhalb von zehn Jahren sind digitale Fotoapparate, Videocams und MP3-Player die Norm - sprich es ist viel einfacher heutzutage Bilder und Videos in den PC zu bekommen. Die ersten Video-Aufzeichnungskarten waren nur für Profis und Hobbyisten mit einem dicken Geldbeutel finanzierbar. Heute nehmen schon kleinste Handys kleine Videoclips auf und ganz passable Fotos. Aber auch DVDs und digitale Fernsehsender machen das ‘Einlesen’ von Video wesentlich einfacher. Der ‘Input’ ist heute also nicht mehr das Nädelohr - eher ein Scheunentor.
Web-Video-Technologien
Für das übertragen von Live-Video - sogenannten Videostreams gibt es schon seit Jahren sehr brauchbare Lösungen wie RealVideo, Windows Media und QuickTime. Alle drei Lösungen setzten spezialisierte Videoserver voraus. Doch für die derzeit explodierende Videoclip-Mania ist für allem eine Technologie Schuld: Flash.
Dank Flash war es schon immer sehr einfach Animationen und Sound auf Webseiten einzufügen - doch seit der Version 7 ‘frisst’ es gnadenlos jedes gebräuchliche Videoformat und spuckt es über den Web Browser wieder aus. Seitdem explodieren Videoclips an allen Fronten wie zum Beispiel auf Google Video und allen voran YouTube.com.

Low-Cost-Produktion erstürmt den Pop-Himmel.
Video-Clip-Culture
Tausende von Video-Clips - zum Teil schamlos von Fernsehsendern oder DVDs kopiert - sind so online zu finden. Allen voran aber Heimvideos und langsam auch professionelles Material. Die Clip-Kultur ist ein neuer Markt nicht nur für virales Marketing, sondern auch zur Vorstellung neuer Produkte und Services entstanden. Doch der ‘Buzz’ im Web funktioniert anders als bei den herkömlichen sündhaft teuren Werbekampagnen in TV und Kino. Hier zählt nicht das endlose Wiederholen der Beschallung, sondern Finesse und Originalität.
Bestes Beispiel dafür sind die Jungs von Sonnenlischt wie auch Microsofts Origami Marketing (oder als Alternative Microsoft iPod XP).
Fazit
Video ist heute also keine Domäne grosser Medienanstalten oder Produktionsfirmen, sondern ein allgemeines Produktions und Werbemittel, dass selbst die MTV-Generation spielend handhabt. Nach wie vor aber besitzt Video eine Durchschlagskraft die von Texten und Bildern nicht erreicht wird. Deshalb sollte Video im Repetoir einer Online-Präsenz nicht fehlen. Egal, ob es darum geht ein komplexes Produkt vorzustellen, eine Marke emotional aufzuladen oder eine Firma vorzustellen - Video gehört heute dazu.
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